Der Bergbaukonzern RAG will das Wasser in den Bergbauschächten bis zum Jahr 2035 komplett ansteigen lassen. Doch die Folgen für Mensch und Umwelt könnten verheerend sein. Denn es ist unklar, welche Giftstoffe sich in den Gruben noch immer befinden und bei einer Flutung ins Trinkwasser gelangen könnten. Außerdem birgt ein Grubenwasseranstieg weitere Gefahren wie Erdbeben, Hebungen der Erdoberfläche, Tagesbrüche, Ausgasungen oder Vernässungen. Von den Auswirkungen der Grubenflutung könnten bis zu 600.000 Saarländerinnen und Saarländer betroffen sein.

Warum ist das Thema aktuell?

Entgegen früherer Pläne sollen die Schächte im Saarland komplett geflutet werden. Bisher hatte die RAG erklärt, das Grubenwasser ewig abzupumpen. So wurde es mit dem Saarland und dem Bund vereinbart. Nun weicht die RAG von dieser Vereinbarung ab.

Was plant die RAG?

Die RAG will alle Pumpen abschalten. Hierdurch steigt das Grubenwasser an, bis es in Ensdorf drucklos in die Saar überlaufen soll. Das wäre bei 190 Metern über dem Meeresspiegel (NN) und im Jahr 2035 der Fall.

Was sind die Hintergründe?

Pumpen kostet Geld. Bis 2018 bezahlt die RAG hierfür. Danach soll die RAG-Stiftung aufkommen. Die Kosten belaufen sich im Saarland auf 17-20 Millionen Euro jährlich.

Was sind die Risiken?

  • Hebungen
  • Erderschütterungen
  • Tagesbrüche
  • Ausgasungen (Methan, Radon)
  • Vernässungen
  • Trinkwasserverunreinigungen, denn: Grubenwasser ist salzhaltig und vermischt sich mit Giftstoffen unter Tage

Was befindet sich unter Tage?

Unter Tage befinden sich verschiedene giftige Stoffe. Hierzu gehören Stoffe, die früher für den Betrieb im Einsatz waren, wie PCB. Andererseits wurden unter Tage auch Stoffe entsorgt oder eingelagert, wie Asbest oder Gießereialtsande. Keiner kann sagen, wie viele Giftstoffe sich unter Tage befinden. Zum Zeitpunkt der Verwendung und Einlagerung dieser Stoffe ist niemand davon ausgegangen, dass das Grubenwasser einmal komplett ansteigen wird.

Wer wäre betroffen?

Laut Umweltministerium wären insgesamt rund 600.000 Saarländerinnen und Saarländer in folgenden Kommunen betroffen: Friedrichsthal, Großrosseln, Heusweiler, Püttlingen, Quierschied, Riegelsberg, Landeshauptstadt Saarbrücken, Sulzbach, Völklingen, Bous, Dillingen, Ensdorf, Lebach, Nalbach, Kreisstadt Saarlouis, Saarwellingen, Schmelz, Schwalbach, Überherrn, Wadgassen, Eppelborn, Illingen, Merchweiler, Neunkirchen, Ottweiler, Schiffweiler, SpiesenElversberg, Bexbach, St. Ingbert.

Wie ist der Stand?

Die Flutung des Bergwerks Saar von -1.450 Meter NN auf -400 Meter NN wurde am 19.2.2013 bereits genehmigt.

Diese Flutung ist aber derzeit aufgrund der Klage der Gemeinde Nalbach gestoppt, auch Saarlouis hat inzwischen Widerspruch eingelegt. Für die nächste Phase des Grubenwasseranstiegs hat die RAG die Unterlagen bereits eingereicht.

Was fordern wir?

  • Bereits erteilte Genehmigung widerrufen
  • Unabhängige wissenschaftliche Begutachtung des Gesamtvorhabens
  • Einbezug des Landtags, der Kommunen, der Bevölkerung, Bergbaubetroffenen und Umweltverbände
  • Zum Schutz des saarländischen Trinkwassers: Kein kompletter Grubenwasseranstieg!